Miteinander schreiben – Gründung des Flüchtling-Magazins

“Von Menschen, mit Menschen, für Menschen” – unter diesem Motto arbeitet das Flüchtling-Magazin, um als Menschen füreinander Toleranz und Akzeptanz zu schaffen.

„Geflüchtete kommen nicht zu Wort“ belegt eine aktuelle Studie zur Medienberichterstattung über Flüchtlinge, die Prof. Dr. Hestermann von der Hochschule Macromedia durchführte. Um das zu ändern, haben wir im Februar 2017 das Flüchtling-Magazin gegründet.

Unser Chefredakteur Hussam flüchtete im Herbst 2015 aus Syrien nach Deutschland. Bei der Gründung des Magazins ging es ihm darum, für Deutsche nachvollziehbar zu machen, was Flüchtlinge beschäftigt. Das Magazin sollte eine Stimme für Flüchtlinge sein. Deshalb entschied er, die Texte auf der Website auf Deutsch zu veröffentlichen, und baute ein Team aus Flüchtlingen und Deutschen auf.

Miteinander reden – Das Flüchtling-Magazin heute

Das Flüchtling-Magazin steht für multikulturellen Austausch und Verständigung. Mit Hilfe der Plattform soll ein Dialog auf Augenhöhe zwischen Geflüchteten und Deutschen entstehen. Menschen aus unterschiedlichen Ländern schreiben über ihre Kultur, ihre Gedanken, über Integration und ihre Erfahrungen in Deutschland. Viele der veröffentlichten Texte werden von Flüchtlingen verfasst. Auch Deutsche kommen zu Wort, diskutieren oder kommentieren. Außerdem berichtet das Magazin über Projekte von Flüchtlingen und für Flüchtlinge. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, werden durch das Magazin sichtbar. Jeden Monat wählen wir ein Thema, um darüber zu schreiben.

Wissen, Verstehen, Diskutieren – vorurteilsfrei und vielfältig – damit versuchen wir, der Angst zu begegnen, die in vielen Menschen steckt und die nur durch Austausch abgebaut werden kann. Wir glauben an den konstruktiven Diskurs. Im Miteinander-Diskutieren sehen wir eine Lösung, um miteinander zu leben. Deshalb veröffentlichen wir viele Meinungen. Wir glauben, dass es keine falsche Meinung gibt, sondern dass jede Meinung von einem bestimmten Standpunkt, aus einer bestimmten Situation heraus geäußert wurde.

Mit unserem Lachen, mit unserer Meinung, mit unserer Offenheit stehen wir gegen Hass. Diskutieren mit Respekt im kulturellen Austausch ist unser Vorschlag, wie wir miteinander leben können.

Miteinander arbeiten – Das Flüchtling-Magazin als gesellschaftliche Aufgabe

Indem wir in unserer Redaktion miteinander arbeiten, als Team, in dem jede*r seine Herkunft und seine Geschichte mitbringt, arbeiten wir an uns selbst und wollen so ein positives Beispiel für unsere Gesellschaft sein. Wir glauben, dass die deutsche Gesellschaft nach dem Jahr 2015 eine andere ist als zuvor. Viele Flüchtlinge sind nach Deutschland gekommen. Sie haben ihre Probleme und Fragen mitgebracht. Sie halten unserer Gesellschaft den Spiegel vor. Mit dem Namen des Magazins wollen wir ausdrücken, dass es eben keine homogene Gruppe gibt, die „Flüchtlinge“ heißt, sondern jeder, der geflüchtet ist, einfach Mensch ist.

Wenn wir die Menschen nur als Menschen sehen können, dann schaffen wir mehr Akzeptanz füreinander.