Handeln statt Hoffen. Ein Buch-Tipp

as Buch „Handeln statt Hoffen. Foto: // Fabienne Kollien
Foto: // Fabienne Kollien

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch das Buch „Handeln statt Hoffen: Aufruf an die letzte Generation“ von Carola Rackete vorstellen. Bestimmt habt ihr in Zusammenhang mit Seenotrettung schon einiges über die SeaWatch3-Kapitänin gehört. Jedoch ist sie nicht nur aktiv für Menschenrechte, sondern auch für Klimaschutz, worauf das Buch intensiv eingeht.

Von Fabienne Kollien

Über Nacht weltweit bekannt wurde Carola Rackete dadurch, dass sie im Sommer letzten Jahres 53 libysche Geflüchtete mit der SeaWatch 3 aus Seenot rettete und mit ihnen an Bord den Hafen der Insel Lampedusa anlief. Dies geschah, nachdem sie wochenlang vergeblich auf eine Genehmigung der Behörden gewartet hatte. Die verbotenerweise ausgeführte Aktion stieß weltweit auf geteilte Meinungen. Von Italiens Regierung, besonders von Innenminister Matteo Salvini, kam viel Kritik, während sich in der deutschen Politik viele wohlwollende Stimmen äußerten. Seitdem ist sie ein Vorbild für Menschenrechtsaktivist*innen und für alle, die die systematische Verhinderung der Rettung von Menschenleben nicht länger mit ansehen wollen.

Krise globaler Ungerechtigkeit

Carola Rackete erzählt in Buch diese Geschichte aus ihrer eigenen Perspektive: Wie sie nach langem Warten im Hafen in Lampedusa eingelaufen ist und damit von einem Notrecht Gebrauch gemacht hat. Es tritt in Kraft, wenn die Menschen an Bord akut bedroht sind. Sie spricht darüber, dass Seenotrettung ein von der Öffentlichkeit viel diskutiertes Thema ist, jedoch zu wenig gehandelt wird. Ihrer Feststellung nach handelt es sich nicht um eine „Flüchtlingskrise“, sondern um eine Krise globaler Ungerechtigkeit. In dieser hat das Machtgefälle zwischen Industrie- und Entwicklungsländern fatale Konsequenzen auf Natur, Klima und Menschen. Sie schildert dabei ihren Weg vom Studium zur Seefahrt und ihre Erlebnisse auf See, die sie nachhaltig geprägt haben.

In ihrem Buch richtet Carola Rackete einen eindringlichen Appell an die Leser*innen und an die jetzige Generation. Denn diese wird die letzte sein, die die Zukunft auf diesem Planeten ändern kann. Sie erläutert die Hintergründe von Klima-Ungerechtigkeit, Rassismus und Menschenrechten, die miteinander stärker verflochten sind, als es auf den ersten Blick erscheint. Racketes Gründe, sich für Menschenrechte und Klimaschutz einzusetzen, werden in dem Buch leicht nachvollziehbar.

Was wollen wir und wozu sind wir bereit?

Ich kann euch dieses Buch sehr empfehlen. Denn ich denke, dass die darin besprochenen Themen uns alle betreffen und unser Wissen über Seenotrettung und Klimaschutz noch vertiefen können. Carola Rackete stellt Fragen in den Raum, die zukünftig noch wichtig werden können: Wie wollen wir in Zukunft mit Menschen umgehen, die auf der Flucht sind? Und wie wollen wir, dass mit uns umgegangen wird? Wie sehr sind wir bereit, unseren Lebensstandard angesichts der sich vollziehenden Umweltzerstörung zu ändern?

Diese Artikel hat erstermal auf Civic Engagement Blogs Uni Hamburg   veröffentlicht.

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