Ostergrüße aus dem Gefängnis

Kontaktverbot.Foto: Eugenia Loginova

Die Corona Zeit ist geprägt von vielen Regeln, Unsicherheit und Entbährungen. Doch insbesondere jetzt sind es die überraschenden und kleinen Alltagsgeschichten, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Unsere Autorin Angelika teilt heute eine solche Anektdote mit uns, die sie an Ostern erlebt hat. 

Von Angelika Willigerod Bauer

Eine verbotene Unterhaltung

Am Ostersamstag ging ich bei strahlendem Sonnenschein mit meinem Mann und unserem Hund in Hamburg durch eine wunderschöne Gartenanlage ( Planten un Bloomen = Pflanzen und Blumen für die Nichthamburger). An der Nordseite grenzt die Untersuchungshaftanstalt Hamburg an das Gelände. Als wir an dieser auf der Straße vorbeigingen, rief ein Häftling aus dem Fenster: „Hallo, bleiben Sie gesund und frohe Ostern!“ Wir riefen ihm ebenfalls zu, dass er gesund bleiben möge und wünschten ihm frohe Ostern. Erst dann sahen wir, dass wir eine Ordnungswidrigkeit begangen hatten: auf einem Schild stand in großen Buchstaben, dass jegliche Kommunikation mit den Inhaftierten eine Ordnungswidrigkeit sei… Aber vielleicht wird ja in Zeiten von Corona das eine oder andere Auge zugedrückt!

Über Angelika Willigerod Bauer 70 Artikel
Ehrenamtlich bin ich mit viel Engagement u.a. für das Flüchtling Magazin tätig. Als Rechtsanwältin berate ich mit dem Schwerpunkt Asyl- und Aufenthaltsrecht. Ich interessiere mich für andere Kulturen, Länder und vor allem Menschen und möchte Vorurteile und Ängste unter den Menschen hier in Deutschland abbauen.

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