I-solation – Kinder, malt euch! Eine Mitmach-Aktion für Kinder aus aller Welt

Bild von Nirvana aus dem Iran, Internationale Jugendbibliothek München

Immer wieder richtet das Flüchtling-Magazin seinen Blick auch auf die Situation von Kindern in und aus verschiedenen Ländern der Welt. Zuletzt wurde in der Print-Ausgabe „Kinder haben Rechte“ bewusst die Perspektive von geflüchteten Kindern auf ihre Rechte in den Mittelpunkt gestellt. Heute sind wieder Kinder dazu eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen an einer Aktion zu beteiligen, zu der diesmal die Internationale Jugendbibliothek in München aufruft. Susanne vom Flüchtling Magazin hat sich die bisherigen Bilder schon mal angeschaut und bei den Initiatorinnen in München nachgefragt, worum es dabei genau geht:

Von Susanne Brandt

Weltweit sind Menschen und besonders auch Kinder derzeit von den Auswirkungen der Pandemie betroffen: in Städten und Dörfern der verschiedenen Länder, in Flüchtlings-Lagern und Gruppenunterkünften, hier bei uns in den Wohnungen und Häusern nah und fern. Was würden all diese Kinder antworten, wenn wir fragen: Wie fühlt ihr euch? Wie geht es euch? Wie lebt ihr in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen?

Persönliche Begegnungen sind in diesen Wochen nicht überall möglich. Nur hier und da erfahren wir direkt von den Kindern selbst, was sie gerade beschäftigt, welche Ängste und Träume sie haben, wo sie Probleme sehen und was ihnen gerade Freude macht.

Die Internationale Jugendbibliothek in München hat sich deshalb eine besondere Aktion überlegt, mit der Kinder durch ein selbst gemaltes Porträt etwas von sich und ihrer Welt erzählen können: ohne erklärende Worte, allein mit der Sprache der Bilder.

Mit der Online-Ausstellung zeigen die Kinder: Hier sind wir!

Alle Bilder, die gemalt, gescannt oder einfach per Handy abfotografiert und zur Jugendbibliothek nach München geschickt werden, finden Platz in einer Online-Ausstellung. Und die Ausstellung wird von Tag zu Tag größer!

So präsentiert, können die Bilder nun überall auf der Welt den Menschen zeigen: Hier sind wir! Wir alle sind Kinder dieser Welt, die derzeit in einer besonderen Situation leben. Wir lachen und sind traurig, wir spielen und träumen, wir schauen durch viele Fenster. Und jeder und jede entdeckt dabei ein anderes Stück von dieser Welt.

Link zur Ausstellung mit den bisherigen Bildern: https://www.ijb.de/de/ausstellungen/corona-selbstportraits.html

Schon mehr als 500 Bilder aus 30 Ländern gesammelt

Mehr als 500 Bilder aus 30 Ländern sind dazu bereits eingesandt worden. Sie kommen u.a. aus Frankreich, Japan, Kolumbien, Mexiko, Südkorea, der Türkei, den USA u.v.m.  Kinder im Alter von 3-13 Jahren zeigen dort ihr Gesicht mit dem, was sie selbst zeigen möchten. Einige wirken grau, mit Angst oder Sorge, andere farbenfroh und munter, mal mit Gesichtsmaske, mal ohne. Und die meisten schauen mit großen, wachen Augen in die Welt.

Die Aktion „I-solation. Kinder, malt euch!“ ist inspiriert von Jella Lepman, der Gründerin der Internationalen Jugendbibliothek, die bereits 1952 über 300 Selbstporträts von Kindern aus dreißig Ländern gesammelt und sie in der Ausstellung „Ich selbst – myself – moi même “ gezeigt hat.

Wichtig für alle Leserinnen und Leser des Flüchtling Magazins zum Weitersagen an Kinder nah und fern:

Wer mitmachen will, kann sein Bild (mit Vorname, Alter und Land) noch bis zum 15. Mai 2020 per E-Mail an direktion@ijb.de schicken.

Hier gibt es eine Erklärung zur Aktion auch auf Arabisch: https://www.ijb.de/fileadmin/Daten/Bilder/Ausstellungen/Corona/Einladung_Arabisch.pdf

 

Über Susanne Brandt 22 Artikel
Studierte Bibliothekswesen und Kulturwissenschaften und arbeitet als Lektorin und Autorin, hauptberuflich für die Büchereizentrale Schleswig-Holstein und ehrenamtlich für das Flüchtling Magazin - als "Nordlicht" an der dänischen Grenze vorwiegend online. Daneben ist sie in verschiedenen Projekten, z.B. als Integrationslotsin, in der interkulturellen Musikpraxis sowie im kirchlichen Bereich engagiert. Für das Flüchtling Magazin schreibt sie vor allem Beiträge mit oder über Menschen, die in Kunst und Kultur, in der Friedensarbeit oder auch in ihrer Religion etwas erleben und bewegen, was sie gern anderen mitteilen möchten. Gelegentlich stellt sie neue Bücher und Initiativen vor, die für den interkulturellen Austausch interessante Impulse liefern. Und manchmal fließen Impressionen aus Begegnungen mit Menschen auch ein in ein Gedicht oder Lied...

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