Joud Ismail, Informatik-Student an der Hochschule Trier

Joud Ismail. Bild: Ziad Znklow

Joud Ismail aus Syrien kommt über Russland und die Türkei nach Deutschland. Dort bereitet er sich intensiv auf sein Studium vor. Schließlich gelingt es ihm, einen Studienplatz zu bekommen. 

Von Ziad Znklow

Mein Name ist Joud Ismail. Ich bin 26 Jahre alt und komme aus Syrien. Ich bin Student im Fachbereich Informatik an der Hochschule Trier.

Im März Jahr 2015 bin ich nach Deutschland gekommen. Mit meinem Studium habe ich im März 2018 angefangen. Ich habe bis dahin also genau drei Jahre in Deutschland verbracht und jetzt bin ich Student im vierten Semester. Als ich nach Deutschland kam, habe ich zuallererst meine Rechtsstellung als Flüchtling organisiert. Das hat circa zwei Monate gedauert.

Vorbereitung aufs Studium in Deutschland

Nachdem ich den Aufenthaltstitel bekommen hatte, habe ich für 7 Monate einen Deutschkurs besucht. Danach hatte ich ein Stipendium von Otto Benecke Stiftung für eine sechsmonatige fortgeschrittene Stufe des Deutschkurses. Und dann noch ein Jahr Vorbereitungskurs für die Technische Universität an der Hochschule Kiel, um mein Studium zu erweitern. Einen Platz an der Universität zu kriegen ist immer schwierig und stressig, nicht nur in Deutschland, sondern überall.

Mein syrischer Schulabschluss war zwar akzeptabel, aber nicht genug, um an einer Universität zu studieren. Deswegen machte ich den einjährigen Vorbereitungskurs, das sogenannte Studienkolleg. Das gilt als Zulassung und man kann sich damit an der Uni anmelden. Nebenbei habe ich im Marketing gearbeitet.

Von Syrien nach Russland und dann weiter in die Türkei

Ich habe Syrien im Jahr 2011 verlassen. Da hatte ich ein Stipendium für ein Studium an der Pirogov Universität im Moskau bekommen. Dort habe ich zwei Jahre Medizin studiert, ich habe mein Studium in Russland abbrechen müssen, weil ich meinen Reisepass nicht mehr verlängern konnte. Infolgedessen konnte ich mein Visum auch nicht verlängern und deswegen musste ich schließlich aus Russland ausreisen. Das war im Jahr 2014.

Weil meine Familie aus Syrien in die Türkei geflüchtet war, bin ich zu ihnen geflogen. Damals hatten wir uns drei Jahre lang nicht sehen können. Außerdem duften die Syrer in der Zeit in die Türkei ohne Visum und ich hatte keine bessere Wahl.

In der Türkei konnte ich weder studieren noch arbeiten, weil ich keine Aufenthaltserlaubnis hatte. Der einzige Weg für mich war, eine Schwarzarbeit zu bekommen. Natürlich kannte ich auch die Sprache nicht und konnte sie nicht einmal lernen. Dafür hätte ich mich zu einem Sprachkurs anmelden und die Gebühren bezahlen müssen, die ich mir damals nicht leisten konnte.

Wie findest du das Studium hier?

Am Anfang des Studiums war natürlich die Sprache das Schwierigste. Ich denke, es ist ein häufiges Problem unter ausländischen Studierenden, am Anfang mit der Sprache zu kämpfen. Wie alles im Leben braucht es harte Arbeit, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Was machst du neben deinem Studium?

Zurzeit nichts, ich konzentriere mich auf mein Studium, um es so schnell wie möglich zu beenden.

Welche Schwierigkeiten hattest du in Kiel?

Ich würde sagen, ich hatte ziemlich viel Glück. Ich fand sehr schnell eine Wohnung und der Kurs an der Hochschule Kiel lief ja gut, also ich kann mich nicht beschweren.

Was bedeutet Integration für dich?

Integration bedeutet für mich, die Sprache zu beherrschen, die Gesetze zu akzeptieren und respektieren und natürlich, die Werte der Gesellschaft anzunehmen.

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