Frage und Antwort: Heirat zwischen Deutschland und Syrien

Foto: Markus Spiske und ist kostenfrei über die Datenbank Unplash

In dieser Rubrik beantwortet Anwältin Angelika Willigerod Bauer aus unserem Team rechtliche Fragen, die uns zugesendet werden. Diesmal geht es um das Thema Heirat. Kann ein Syrer, der in Deutschland lebt, eine Frau in Damaskus heiraten, ohne bei der Eheschließung selbst anwesend zu sein?

Ein Syrer, der in Deutschland als Flüchtling anerkannt ist, möchte eine Syrerin heiraten, die in Damaskus lebt. Weil er bei der Hochzeit selbst nicht in Syrien sein kann, möchte er seinen Vater, der auch in Damaskus lebt, bevollmächtigen, den Heiratsvertrag abzuschließen.

Stellvertretung bei der Heirat ist möglich

Die Ehe ist ein Vertrag, der beide Parteien persönlich bindet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die persönliche Anwesenheit beider Eheschließenden bei der Eheschließung zwingend notwendig ist. Art. 8 Abs. 1 PSG lässt ausdrücklich die Stellvertretung bei der Eheschließung (at-taukīl fī z-zawāǧ) zu.

Der Stellvertreter ist aus der Sicht des deutschen Rechts als Bote zu qualifizieren. Er bringt lediglich den Willen einer der Parteien zur Eheschließung zum Ausdruck, in diesem Fall wäre es der Vater, der den Sohn vertritt. Die Auswahl des Ehepartners kann jedoch nicht dem Stellvertreter überlassen werden. In der Praxis ist die Stellvertretung bei der Ehe in Syrien üblich und allgemein anerkannt.

Vollmacht und Registrierung

Häufig heiraten syrische Männer auf diesem Weg, um die Frau nach Deutschland nachzuholen. Der in Deutschland lebende Syrer muss eine Vollmacht auf seinen Vater ausstellen, dass dieser den Heiratsvertrag mit der Syrerin im Namen des Sohnes abschließt. Es muss dann eine Registrierung bei einem syrischen Gericht erfolgen. Dazu müssen dann noch entsprechende Unterlagen vorgelegt werden.

Eine Vollmacht kann der Syrer bei jedem Notar ausstellen lassen. Er muss dann genaue Angaben der Frau und von sich selbst machen. Diese Vollmacht muss anschließend beglaubigt und ins Arabische übersetzt werden. In die syrische Botschaft muss er dafür nicht.

Autorin: Angelika Willigerod Bauer

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