Hat es schon jemand geschafft, dann ist es machbar und wenn nicht, dann sei du der Erste

Foto von Pablo

Fahman Hussein, 20 Jahre alt, ist ein kurdischer Syrer. Geboren ist er 1998 in einem Dorf in Nordsyrien. Als er 9 Jahre alt war, zog er mit seiner Familie in die Stadt, in der sein Vater arbeitete. Dort ist er zur Schule gegangen, bis er 2015 – unter erschwerten Bedingungen aufgrund des Kriegs – sein Abitur machte.
Schon seit seiner Kindheit interessiert er sich für Sport (Taekwondo, Schwimmen und Fitness).  Sein großes Ziel ist es, als Medizintechniker zu arbeiten. Mit 14 Jahren fing er an sich für Literatur zu interessieren und schrieb Gedichte.

Flucht aus Syrien und mit 17 Jahren plötzlich auf sich allein gestellt

2015, nachdem er sein Abitur gemacht hatte, musste er unter anderem wegen des Wehrdienstes fliehen. Die Flucht war nicht einfach, doch wenn Fahman jetzt über seine Flucht redet, sagt er immer optimistisch: “Das war ein Abenteuer und ich bin froh, dass ich es erlebt und geschafft habe.” Die Flucht hat einen Monat gedauert – bis Fahman über die Türkei, Bulgarien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland gekommen ist.

Fahmann Hussein

In Deutschland war alles anders für ihn. Vor allem da er sich im Alter von 17 Jahren mit dem Selbstmanagement auseinandersetzen musste, denn er kam ganz alleine. Hier hatte er keine Familie, keine Freunde und keine Verwandte. Doch das alles hat ihn nicht aufgehalten, denn er wusste genau, was er wollte und war bereit dafür jede Leistung zu bringen. Da in der Zeit viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, war es schwierig einen Platz in einem Deutschkurs zu finden. Daher fing er alleine an. Mit Hilfe von Büchern und Internet lernte er die Sprache und nach einigen Tagen konnte er in gebrochenem Deutsch formulieren, was er brauchte.
An den ersten Satz, den er auf Deutsch gesagt hat, erinnert er sich immer noch. Er sagte zu seinem Betreuer: „Ich brauche Kleidung.“ Der Betreuer antwortete lächelnd: „Hast du keine Klamotten?“ Fahman: „Was Klamotten?“ Da wird ihm noch mal bewusst, dass die deutsche Sprache nicht so einfach ist.

Besuch einer deutschen Schule und der Kampf für das große Ziel

Nach einigen Wochen darf er zu einer Vorbereitungsschule gehen (wo alle minderjährigen Flüchtlinge für die deutschen Schulen vorbereitet werden). Da er dort einer der Besten in Mathe und Englisch war und Deutsch schneller als die anderen lernte, wurde er auf ein Gymnasium geschickt. Auf dem Gymnasium war wieder alles anders. Deutsche Schüler oder zumindest hier geborene und aufgewachsene Schüler, deren größte Sorge es ist, ob sie sich diesen Monat die neuen Nike-Schuhe kaufen können. Fahman mit seinen Sorgen über Aufenthaltsrecht und allen weiteren Problemen in seinem neuen Leben fühlt sich total fremd. Er versucht sich aber, so gut wie möglich anzupassen.

Sein syrisches Abitur wird nach ungefähr drei Monaten anerkannt. Deswegen darf er nicht mehr das deutsche Abitur machen, obwohl er das wollte. Fahman wohnt inzwischen bei einer deutschen Familie. Mit deren Hilfe, seiner Leistung und seinem Willen schafft er in kurzer Zeit und fast ohne Sprachkurse das C1 Niveau in der deutschen Sprache (das Niveau, das man für das Studium braucht). Nachdem er mit dem Gymnasium aufgehört hat, fing er an sich auf sein Studium vorzubereiten. Er besuchte viele Beratungsstellen und wollte bestens informiert sein, damit er eines seiner wichtigsten Ziele erreichen kann.

Die harte Arbeit wird belohnt

Eine dieser Beratungsstellen war an der HAW Hamburg. Dort hat er vom Projekt ‘KOMPETENZ KOMPAKT’ gehört. Ein Projekt, das Geflüchtete auf das Studium vorbereitet. Er entschied sich, an der Aktion teilzunehmen. Das Projekt ist genau das, was man braucht, wenn man in einem fremden Land ist. Fahman hat von der Teilnahme profitiert. Denn nachdem er mit dem Projekt ein Vorbereitungssemester gemacht hat, hat er sich für das reguläre Studium beworben. Durch sein Engagement, ehrenamtliche Arbeit und Praktika konnte er viele Bonuspunkte sammeln, wodurch er einen Studienplatz in Medizintechnik bekommen hat. Der Bereich, an dem er schon als Kind Interesse hatte.

Fahman studiert jetzt Medizintechnik und hat allen gezeigt, dass man trotz der Umstände und der harten Zeiten erfolgreich sein kann. Wenn man ihn heute fragt, wie er das alles geschafft hat, antwortet er: „Wenn man konkrete Ziele hat, dann weiß man wo es hingehen soll, man muss sich nur bewegen also hart arbeiten und nie aufgeben.“

Wenn einer es geschafft hat, dann ist es auch für dich machbar und wenn nicht, dann sei du der Erste.

 

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