Adventskalender

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1.12.2017

Der Bundesminister für Entwicklungshilfe bezeichnet sich als ein konservativer Mensch. Und trotzdem ist er einer der wenigen, der seit Jahren versucht, jenseits von Parteigrenzen begreiflich zu machen, welche Missstände auf dem afrikanischen Kontinent und anderswo herrschen und wie diese Entwicklung zu einem Pulverfass für unseren wohlhabenden Kontinent zu werden droht. In seinem Buch „ Unfair „ liefert er auch einen Lösungsansatz, einen Marshallplan für Afrika. Umfangreiche Investitionen vor allem in Bildung sind erforderlich, um den Menschen vor Ort eine Chance zu geben, sich nicht den unendlichen Flüchtlingsströmen anzuschließen, sondern in ihrer Heimat zu bleiben und einen gerechten Aufbau zu gestalten. Denn diese, vor allem jungen Menschen, wissen wie wir leben. Und auch sie haben das Recht, ihren fairen Anteil zu bekommen.

Empfehlung von Leonardo De Araujo -Mitarbeiter beim Flüchtling-Magazin

Herzlichen Dank an den Murmann Verlag, dass er dem Flüchtling Magazin dieses Buch zur Verfügung gestellt hat!

http://www.murmann-verlag.de/buecher.html

 

Wenn ihr dieses Buch gewinnen möchtet, schickt uns bitte eine Email an advent@fluechtling-magazin.de unter Angabe des Buchtitels. Sollten mehrere Einsendungen eingehen, entscheidet das Los. Wir melden uns dann bei Euch und senden das Buch zu.Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier

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02.12.2017

Der syrische Geflüchtete Amir und der ZEIT Redakteur Henning Sußebach erzählen über ihr Zusammenleben. Amir hat Ende 2015 für 7 Monate bei der Familie Sußebach gewohnt. So entsteht ein Dialog voll unbequemer Wahrheiten, unerwarteter Komik und ermutigender Gedanken. Das ist humorvoll, überraschend nachdenklich. Gemeinsam machen die Autoren eine gesellschaftliche Aufgabe auf eine persönliche, sehr berührende Weise greifbar. Man bekommt eine Ahnung davon, wie sie gelingen kann, die Integration – wie „wir das schaffen“ können. Eigentlich eine Pflichtlektüre für Deutsche und Geflüchtete.

 

Empfehlung von Angelika Bauer -Mitarbeiterin beim Flüchtling-Magazin

https://www.rowohlt.de/hardcover/amir-baitar-unter-einem-dach.html

 

 

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3.12.2017

„Vor langer, langer Zeit lebten kleine Leute auf der Erde. Die meisten von ihnen wohnten im Dorf Swabedoo, und sie nannten sich Swabedoodahs. Sie waren sehr glücklich und liefen herum mit einem Lächeln bis hinter die Ohren und grüßten jedermann.

Was die Swabedoodahs am meisten liebten, war, einander warme, weiche Pelzchen zu schenken. Ein jeder von ihnen trug über seiner Schulter einen Beutel und der Beutel war angefüllt mit weichen Pelzchen. So oft sich Swabedoodahs trafen, gab der eine dem anderen ein Pelzchen. Es ist sehr schön, einem anderen ein warmes, weiches Pelzchen zu schenken. Es sagt dem anderen, daß er etwas Besonderes ist, es ist eine Art zu sagen „Ich mag Dich!“ Und ebenso schön ist es, von einem anderen ein solches Pelzchen zu bekommen. Du spürst, wie warm und flaumig es an deinem Gesicht ist, und es ist ein wundervolles Gefühl, wenn du es sanft und leicht zu den anderen in deinen Beutel legst. Du fühlst. dich anerkannt und geliebt, wenn jemand dir ein Pelzchen schenkt, und du möchtest auch gleich etwas Gutes, Schönes tun. Die kleinen Leute von Swabedoo gaben und bekamen gern weiche, warme Pelzchen, und ihr gemeinsames Leben war ganz ohne Zweifel sehr glücklich und fröhlich.

Außerhalb des Dorfes, in einer kalten, dunklen Höhle, wohnte ein großer, grüner Kobold. Eigentlich wollte er gar nicht allein dort draußen wohnen, und manchmal war er sehr einsam. Er hatte schon einige Male am Rand des Dorfes gestanden und sich gewünscht, er könnte dort mitten unter den fröhlichen Swabedoodahs sein aber er hatte nichts, was er hätte da- zutun können und das Austauschen von warmen, weichen Pelzchen hielt er für einen großen Unsinn. Traf er einmal am Waldrand einen der kleinen Leute, dann knurrte er nur Unverständliches und lief schnell wieder zurück in seine feuchte, dunkle Höhle …“

Ein sehr schönes, einfühlsames Märchen zum Vorlesen oder Selbstlesen!

Empfehlung von Jana Spieß – Mitarbeiterin beim Flüchtling Magazin

Erschienen im Verlag partisch & röhling: www.partisch-roehling.de

Wenn ihr dieses Buch gewinnen möchtet, schickt uns bitte eine Email an advent@fluechtling-magazin.de unter Angabe des Buchtitels. Sollten mehrere Einsendungen eingehen, entscheidet das Los. Wir melden uns dann bei Euch und senden das Buch zu. Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier

 

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4.12.2017

 

Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn ihr Verständnis zeigt für eure Kinder,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn ihr einem Menschen helft,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn jemand beschließt, ehrlich zu leben,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn du versuchst, deinem Leben einen neuen Sinn zu geben,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn ihr einander anseht, mit den Augen des Herzens, mit einem Lächeln auf den Lippen,
ist Weihnachten

Denn es ist geboren die Liebe

Denn es ist geboren der Friede

Denn es ist geboren die Gerechtigkeit

Denn es ist geboren die Hoffnung

Denn es ist geboren die Freude

Denn es ist geboren Christus, der Herr.

 

Dieses Gedicht hat Leonardo de Araujo – Mitarbeiter beim Flüchtling Magazin – aus Brasilien mitgebracht

 

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5.12.2017

Zur Zeit zieht ein Drittel der Weltbevölkerung über Provinzen, Länder und Kontinente hinweg, vom Land in die Städte. Noch nie in der Geschichte waren so viele Menschen unterwegs und zum ersten Mal leben mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Manche werden vertrieben, andere fliehen vor dem Krieg und sehr viele suchen einfach ein besseres Leben für sich und ihre Familien. Doug Saunders beschreibt in seinem Buch „Arrival City“ die Gründe dieser Bewegungen und wie Abermillionen Menschen lernen, sich neu zu organisieren und ihren Platz in einer neuen Gesellschaft zu erobern. Das Buch erschien bereits im Jahr 2011 und hat bis heute nichts an Aktualität verloren, ganz im Gegenteil. Wie der Autor sagt: von diesen Menschen hängt auch unsere Zukunft ab.

Empfehlung von Leonardo De Araujo -Mitarbeiter beim Flüchtling-Magazin

Herzlichen Dank an Randomhouse, dass dem Flüchtling Magazin dieses Buch zur Verfügung gestellt wurde.

https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-neue-Voelkerwanderung-Arrival-City/Douglas-Saunders/Pantheon/e420298.rhd

 

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6.12.2017

 

Vor mehr als 100 Jahren schrieb die achtjährige Virginia O’Hanlon einen Leserbrief an die \“New York Sun\“ in einer dringenden Angelegenheit:

„Ich bin acht Jahre alt. Einige meiner Freunde sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der \\\’Sun‘ steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?\“

Die Sache war dem Chefredakteur der \“New York Sun“ so wichtig, dass er einen erfahrenen Kolumnisten, Francis P. Church, beauftragte, eine Antwort zu entwerfen – für die Titelseite der Zeitung. Der Text wurde so berühmt, dass er Jahr für Jahr aufs Neue erschien.

„Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht Recht. Sie sind angekränkelt vom Skeptizismus eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben nur, was sie sehen: Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, Virginia, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen. Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.

Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und die Großherzigkeit und die Treue. Und Du weißt ja, dass es all das gibt, und deshalb kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Sie wäre so dunkel, als gäbe es keine Virginia. Es gäbe keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig.

Aber das ewige Licht der Kindheit, das die Welt erfüllt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle an Heiligabend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen würde den Weihnachtsmann zu Gesicht bekommen. Aber was würde das schon beweisen?


Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens Kindern und Erwachsenen unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen –, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles.


Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die größte Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein.

„Ist das denn auch wahr?“, magst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehn mal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia!

Dein Francis Church

 

 

Welt Online dokumentiert den Text in deutscher Übersetzung.

https://www.welt.de/vermischtes/specials/weihnachten/article1487625/Ja-Virginia-es-gibt-einen-Weihnachtsmann.html

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7.12.2017

»Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang.« So lautet ein Satz von I. Trojanow auf dem Buchrücken seines Buches “Nach der Flucht”. Es war die Empfehlung einer Freundin und dieser Satz, die mich einluden das Buch zu lesen… und jetzt möchte ich es gerne weiterempfehlen.

Jeden Tag begegne ich in meiner Integrationsarbeit dem Thema Flucht. Mit Beginn meiner Arbeit 2015 war das Thema sehr präsent, als ich nachts am Bahnhof Menschen empfangen, ihnen Essen und einen Schlafplatz zugeteilt habe. Gleichzeitig war das Thema etwas, dass man versucht hat nicht direkt anzusprechen, da es so viele Unbekannte barg und wir hier in Deutschland erstmal lernen mussten, damit umzugehen. Mit wachsendem Vertrauen erfuhr ich über die Zeit mehr und mehr an Fluchtgeschichten, die mich berührten, aber eigentlich wird mir erst jetzt bewusst, welche Auswirkungen eine Flucht aus dem Heimatland haben kann. Da kam das Buch gerade richtig. Kein Lehrbuch, kein Roman – Gedanken, tiefe Empfindungen, Spuren, die eine Flucht in den Menschen, in den Gedankenwelten eines Geflüchteten hinterlässt, die Trojanow wunderbar in Worte zu fassen vermag.

Er selbst ist mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen und findet die Gedanken, die Empfindungen und Spuren in sich selbst – fast ein psychologisches Buch. Er erzählt in kurzen Gedanken-Texten vom Anderssein, von einem Sein ohne Zeugen und ohne Relevanz der Vergangenheit des eigenen Lebens im Ankunftsland, von Einsamkeit, aber auch von Neuanfang und der Bedeutung von Flucht und Migration im 21.Jahrhundert.

Ein persönliches und gleichwohl universelles Buch, welches einen Gedankenaustausch zwischen Geflüchteten und Menschen ohne Fluchterfahrung anregen kann und die Ebene auf der man sich begegnet neu definieren kann.

Jede Menge Gesprächsstoff für die Weihnachtstage!

Empfehlung von Julia v. Weymarn -Mitarbeiterin beim Flüchtling-Magazin

www.fischerverlage.de/

 

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8.12.2017

„Ich interessiere mich immer für den Menschen“

 

Die Fotografin Sima Dehgani hat bayrisch – iranische Wurzeln, studierte Fotografie in München und arbeitet mittlerweile als gefragte Fotojournalistin. In dem folgenden Gespräch spricht sie über die Anfänge ihrer Karriere, über ihren aktuellen Bildband und darüber, was Heimat für sie bedeutet.

Stellen Sie sich doch bitte einmal vor!

„Mein Name ist Sima Dehgani, ich bin 1985 in München geboren. Ich habe Fotografie an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert. Mein Vater ist iranischer Herkunft, meine Mutter ist Deutsche. Neben meiner Tätigkeit als Fotografin für namhafte Magazine, verfolge ich eigene fotografische Arbeiten, die thematisch mit meiner bikulturellen Identität verknüpft sind. Heimat und Flucht beschäftigt mich auch aus einem sehr persönlichen Grund: Mein Vater ist mit 15 Jahren aus dem Iran nach Deutschland geflohen.“

 

Sie sind Fotografin. Wann hielten Sie zum ersten Mal eine Kamera in den Händen?

„Puh, daran kann ich mich leider nicht mehr erinnern.“

  

Was waren die ersten Dinge, die Sie fotografiert haben?

„Mein erstes freies Projekt habe ich im Süden des Irans realisiert, als ich auf der Suche nach Nomaden war. Das war während meinem Bachelor Studium.“

  

Was sind aktuell Ihre bevorzugten Motive?

„In meinen fotografischen Arbeiten interessiere ich mich immer für den Menschen und seine persönliche Geschichte, das können aber auch sehr unterschiedliche Aspekte sein.“

Was bedeutet das Fotografieren für Sie?

„Fotografieren bedeutet für mich der Versuch das Leben in einem Moment festzuhalten. Gleichzeitig ist es ein Medium mit dem man Geschichten erzählen kann.“   

Sie haben letztes Jahr den Bildband „Ein Stück Erinnerung“ herausgegeben. Was für Bilder findet man in diesem Buch?

„Ich bin für ein Jahr in Notunterkünfte und Flüchtlingsheime gegangen und habe ein kleines Fotostudio aufgebaut. Sehr bewusst wollte ich nicht die Flüchtlinge an sich fotografieren, sondern ich habe nur eine Frage gestellt:
\\\“Könnt ihr mir einen Gegenstand zeigen, der euch viel bedeutet und der aus eurer Heimat kommt? \\\“
\\\“ Ich habe ein kaputtes Handy, einen abgegriffenen Geldschein mit einer Liebesbotschaft, einen Stofffetzen mit Telefonnummern und vieles mehr fotografiert.“   

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, persönliche Gegenstände von Geflüchteten zu fotografieren?  

„Die Idee kam Anfang 2016, als die Flüchtlingskrise zum Höhepunkt kam, ich empfand einfach nur Traurigkeit für die Menschen und wollte wissen was sie von zu Hause wegtreibt und an welchen Dingen man noch festhalten kann, wenn man auf der Flucht ist und alles verloren hat.“   

Haben Sie selber einen persönlichen Gegenstand, der Ihnen viel bedeutet?

„Ich habe viele Dinge, die für mich eine persönliche Bedeutung haben, ich habe zum Beispiel ein Notizbuch, in das ich seit meinem 14. Lebensjahr immer wieder schreibe.“   

War es schwierig, mit den Geflüchteten in Kontakt zu kommen, ihr Vertrauen zu gewinnen?

„Es erschien mir nicht allzu schwer in Kontakt zu treten, da ich meistens sehr schnell Kontakt zu Fremden herstellen kann, auch meine Iranisch Kenntnisse und mein Aussehen haben sicherlich dazu beigetragen. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Menschen auch gerne von sich und ihrem Schicksal erzählen.“   

Sie sind zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, Ihre Mutter ist Bayerin, Ihr Vater Iraner. Was bedeutet demnach Heimat für Sie, wo fühlen Sie sich zu Hause?  

„Heimat bedeutet für mich nicht zwangsläufig ein Ort, sondern mehr Familie, Beziehung und das Umfeld in dem ich aufgewachsen bin, egal ob in Deutschland oder dem Iran. Ich glaube Heimat bedeutet aber auch akzeptiert zu sein und ein Gefühl von Geborgenheit zu haben.“   

Was für (fotografische) Projekte planen Sie für die Zukunft?

„Ich möchte gerne in Deutschland ein Foto Projekt über eine Subkultur im Tanz machen, dabei interessiert mich wie sich die Menschen darin sehen und aus welchen sozialen Milieus sie kommen.“

Interview: Sophie Laura Martin, Eugenia Loginova

www.simadehgani.com

…. und morgen am 09.12.2017 könnt ihr das Buch gewinnen!

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9.12.2017

Ein Jahr lang ging die Fotografin Sima Dehgani in Notunterkünfte und Flüchtlingsheime und hat dort ein kleines Fotostudio aufgebaut. Sehr bewusst wollte sie nicht die Flüchtlinge selbst fotografieren, sondern hat nur eine Frage gestellt: \\\\\\\“Könnt ihr mir einen Gegenstand zeigen, der euch viel bedeutet und der aus eurer Heimat kommt?\\\\\\\“ So entstand das Bildbuch „Ein Stück Erinnerung“, welches 62 Objekte von Geflüchteten zeigt.

Herrenschuhe aus schwarzem Leder mit Schnallen, die Einlegesohle bis zum Kartonschicht abgetragen. Etris, 25 Jahre, aus Afghanistan trug sie während der gesamten Flucht.

Eine Gebetskette wird schon seit mehreren Generationen in Hamids Familie weitergegeben. Wenn Hamid,  23 Jahre, aus Iran sie in seinen Händen hält, hat er das Gefühl, dass sein Vater bei ihm ist.

Oder ein Anhänger mit einem grünen Elefanten drauf. William, 28 Jahre, aus Nigeria hat den von seiner kleinen Schwester bekommen. Er sagt:“ Ich bin wohl der Elefant der Familie, aber es ist nicht leicht, ein Mann zu sein.“

Dieses Buch ist für mich mehr als nur ein Bildband. Es ist ein Kunstprojekt, das sich fürs Leben interessiert und nicht nur für die Fotokunst. In diesem Buch geht es um beseelte Dinge.

Dinge sind gespeicherte Erinnerungen, es sind die Schätze der eigenen Mythologie. Sie ergänzen mein „Sein“ und bilden so eine persönliche geschützte Zone. Für die Menschen auf der Flucht sind sie: ein Familienmitglied, ein Glücksbringer, ein Gesprächspartner.

Ohne Dinge können wir nicht überleben. Aber auch die Dinge brauchen uns. Durch Menschen bekommen sie eine Stimme.

Empfehlung von Eugenia Loginova– Mitarbeiterin beim Flüchtling Magazin

Herzlichen Dank an Sima Deghani, die dem Flüchtling Magazin ein Exemplar ihres Buches zur Verfügung gestellt hat.

https://untitled-books.com

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10.12.2017

Ich finde dieses Buch von der syrischen Autorin Ghada Al Samman (1942 geboren) sehr interessant. Sie hat es 1979 während des Bürgerkrieges im Libanon geschrieben und sie hat sehr beeindruckend beschrieben, was es in einem Krieg gibt: Tod, Angst, Warten, Ermordungen, Einsamkeit. Leben – aber ohne Perspektiven.

Dieses Buch  erinnert mich daran, was ich selbst in Syrien erlebt habe: dieselben Situationen, Probleme, einfach alles. Die Autorin hat unsere Dummheit und unsere Unwissenheit beschrieben. Sie hat beschrieben, wie groß die kriminelle Energie sein kann. Sie hat beschrieben, wie wir jeden Tag unsere Menschlichkeit weiter verlieren, wie selbst unsere Brüder und Freunde zu Feinden werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen gestern (1979) und heute (2017). Die Menschen haben dieselben Fehler gemacht. Dieselben Scharfschützen haben uns völlig unmotiviert getötet und dieselben Bomben haben unsere Häuser und unsere Träume zerstört.

Der Krieg ist immer derselbe und er macht immer dasselbe mit uns Menschen – er zerstört! Die Unschuld unserer Kinder und Familien wird zerstört, es ist kein Heiliger Krieg. Wir wiederholen leider die Fehler der Geschichte immer wieder, weil es ein einfacherer Weg ist, um unsere Ziele zu erreichen. Leider haben wir nicht aus der Geschichte gelernt. Wir haben nicht gelesen, weil wir nicht möchten, dass wir uns vor der Tinte unserer Gefühle und dem Blut der Wörter und den Aufrufen in den Büchern rechtfertigen müssen.

Dieses Buch muss man einfach lesen: Du bist ein Mensch und gehörst zur Menschheit! Leider wird es nicht mehr aufgelegt, so dass wir hier nur ein antiquarisches Exemplar zur Verfügung stellen können.

Empfehlung von Hussam Al Zaher – Chefredakteur des Flüchtling-Magazins

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11.12.2017

Das Rezept meiner Großmutter für Weihnachtskekse:

250 g Mehl

50 g Zucker

2 Eigelb

1 Prise Salz

150g Butter

3 Esslöffel Milch

Alle Zutaten zu einem festen Teig verkneten und 30 Minuten in Alufolie eingewickelt tiefkühlen (oder 3 bis 4 Stunden im Kühlschrank lassen). Danach ausrollen, Kekse ausstechen und bei 170 Grad im Backofen ca. 10-15 Minuten goldgelb backen. Nach dem Auskühlen vielleicht noch verzieren …

 

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12.12.2017

Mohamed Amjahid, 1988 in Frankfurt a. M. geboren, ist politischer Reporter und Redakteur beim ZEITmagazin. In diesem Buch schildert er in eindruckvoller Weise und teils mit einer guten Portion Humor seine Erfahrungen in Deutschland. Amjahid wächst als Sohn marokkanischer Gastarbeiter in Frankfurt am Main auf. Als er sieben Jahre alt ist, kehren die Eltern mit ihm nach Marokko zurück.  

Zum Studium kommt er wieder nach Deutschland. Er lebt und arbeitet seit nun elf Jahren im Land als Journalist. Ihm macht der latente Rassismus zu schaffen, der seinen Alltag prägt. Er spricht über die Privilegien, die für weite Teile der Gesellschaft gelten – jedoch nicht für alle Menschen hierzulande.

Und am Schluss des Buches gibt es den ultimativen Selbsttest:“Wie weiß sind Sie?“

Empfehlung von Angelika Bauer – Mitarbeiterin beim Flüchtling Magazin

Ganz herzlichen Dank an den Hanser Literaturverlag, der dem Flüchtling Magazin dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/unter-weissen/978-3-446-25472-5/

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13.12.2017

Dieses Buch sollte ein Geschenk eines Vaters an seinen Sohn sein, als dieser von zu Hause auszog. Es soll ihm praktische Tipps
für das Leben geben:

„Compliment three people every day“

„Have a dog“

„Watch a sunrise at least once a year“

511 Tipps für alle Lebenslagen! Viel Spaß beim Lesen und Erfolg beim Umsetzen der Tipps

Empfehlung von Moaayad Audey – Mitarbeiter beim Flüchtling Magazin

 

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14.12.2017

Weil du die Luft von meiner Welt bist, liebe ich dich.

Weil du das Licht von meinem Mond bist, liebe ich dich.

Weil du der Zucker von meinem Tee bist, liebe ich dich

Weil du die Musik von meinem Herzen bist, liebe ich dich.

Weil du Jasmin von meinem Gefühl bist, liebe ich dich.

Weil du der Sinn von meinem Leben, liebe ich dich.

Dieses Gedicht hat Hussam Al Zaher geschrieben – Chefredakteur beim Flüchtling Magazin

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15.12.2017

Carolin Emcke ist eine profilierte deutsche Publizistin, die unter anderem für die Zeitschrift SPIEGEL in Kriegsgebieten unterwegs war und Texte für die Tageszeitungen DIE ZEIT oder die Süddeutsche Zeitung verfasst. Für ihr Buch „Gegen den Hass“ bekam sie 2016 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

Hasskommentare findet man überall im Netz- aber auch vermehrt in der Öffentlichkeit.
Carolin Emcke schreibt dazu: „Es hat sich etwas verändert in der Bundesrepublik. Es wird offen und hemmungslos gehasst.“ Und noch etwas ist anders: es wird nicht mehr ausschließlich anonym gehasst. Hinter den Kommentaren stehen reale Profile, man bekennt sich zu „hatespeech“. Der Hass ist salonfähig geworden.

Wir wissen, dass Hass meist von den Gefühle der Angst und Sorge ausgelöst wird. Emcke kann diese Ängste- vor Veränderung, dem Fremden, der Zukunft – teilweise nachvollziehen und sogar teilen.
Doch: „Der Begriff vom besorgten Bürger \“ fungiert mittlerweile als ein diskursiver Schild, der Fragen nach rationalen Gründen für Sorgen abwehren soll. Der \“besorgte Bürger\“, so wird suggeriert, ist unantastbar. Was sollte denn auch an der Sorge moralisch verwerflich sein?“

Eine These die ich teile und über die wir uns alle Gedanken machen müssen. Doch was hilft nun gegen den Hass? In erster Linie natürlich Dialog. Doch auch Humor kann eine erfolgreiche Strategie sein.
In diesem Zusammenhang: die Initiative „Zentrum Demokratische Kultur (ZDK) hatte mit ihrer Aktion HASS HILFT eine großartige Idee ins Leben gerufen. Für jeden Hasskommentar aus der rechten Ecke gibt es einen Euro für die Flüchtlingshilfe. Mit dieser unfreiwilligen Spendenaktion und der Hilfe von Sponsoren sind in den letzten zwei Jahren bereits über 55.000 Euro zustande gekommen.

Auch das Flüchtling-Magazin hat vor Kurzem Hass im Netz erfahren. Grund genug für uns, das Buch über die Weihnachtsfeiertage erneut zu lesen. Doch auch allen anderen sei es ans Herz gelegt. „Gegen den Hass“ ist ein wichtiges und kluges Buch, eigentlich eine Pflichtlektüre.

Empfehlung von Babette Hnup – Mitarbeiterin beim Flüchtling Magazin

https://www.fischerverlage.de/buch/gegen_den_hass/9783103972313

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16.12.2017

Ein praktischer Zettelblock – für neue Ideen, Zeichnungen, gegen das Vergessen oder einfach für einen Artikel an das Flüchtling Magazin!

Wenn ihr diesen Block gewinnen möchtet, schickt uns bitte eine Email an advent@fluechtling-magazin.de unter Angabe „Block“. Sollten mehrere Einsendungen eingehen, entscheidet das Los. Wir melden uns dann bei Euch und senden den Block zu.

Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier

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17.12.2017

Julian Sengelmann ist Theologe, Musiker, Schauspieler, Vater und jetzt eben auch Autor. Es ist mir ein Rätsel, wie der junge Hamburger neben all seinen Tätigkeiten auch noch Zeit fand, ein Buch zu schreiben.

Der Vorläufer des Weihnachtsmanns kommt aus dem oströmischen Reich, genauer gesagt aus Myra in der heutigen Türkei.
Der Bischof von Myra hieß Nikolaus, lebte im 4. Jahrhundert und vollbrachte gute Taten, um die sich bis heute Legenden ranken.
Die bekannteste und die mit der größten Traditionsgeschichte ist die, in der er drei jungen Mädchen, während sie schliefen, Gold in die Strümpfe steckte und sie so davor bewahrte, an Zulter verkauft zu werden. Eine andere Legende ist die der Sturmstillung, in der der heilige Nikolaus von Matrosen, die in Seenot geraten waren, angerufen wurde und wie von Geisterhand an Bord erschien, das Schiff in den Hafen von Myra navigierte, den Sturm stillte und wieder verschwand. Als die Matrosen zum Dankgebet in die Kirche gingen, sahen sie Bischof Nikolaus und erkannten in ihm sofort den Mann, der ihnen das Leben gerettet hatte. Das sprach sich unter den Seeleuten auf der ganzen Welt schnell herum. Und so wurde Nikolaus nach seinem Tod heiliggesprochen und Schutzpatron der Seefahrer.
Dadurch wurde er weltweit bekann
t als der Mann, der brave Kinder beschenkt und ihnen Gaben in die Strümpfe steckt
und das immer am 6. Dezember, seinem Todestag.

Während Martin Luther in der Reformation den Geist und die Herzen wieder mehr auf das Christkind und Weihnachten ausrichten wollte, blieben die seefahrenden Nationen immer große Verehrer ihres Schutzpatrons. So auch die Holländer, die den heiligen Nikolaus 1621
mit in die Neue Welt brachten und ihn kurzerhand zum Schutzpatron von Neu-Amsterdam machten
. Ihr «Sinterklaas», wie er auf Niederländisch heißt, avancierte im jungen New York, wie Neu-Amsterdam mittlerweile nach der Eroberung
durch die Briten
umbenannt worden war, zur multikulturellen Phantasiefigur. Und Santa Claus, wie man ihn relativ schnell nannte,
wurde zu einem beliebten Motiv für Zeichner.

So auch für den deutschstämmigen Thomas Nast, der ihm übrigens später auch den roten Mantel verpassen sollte, einem beliebten Motiv für Weihnachtskarten. Davon inspiriert machte der amerikanische Cartoonist Haddon „Sunny“ Sundblom 1931 aus Santa Claus eine Werbefigur für Coca-Cola. Er kombinierte den roten Mantel von Thomas Nast mit dem Gesicht des Limolieferanten Lou Prentiss und nach dessen Tod mit seinem eignen. Fertig war der Weihnachtsmann.

Empfehlung von Babette Hnup – Mitarbeiterin beim Flüchtling Magazin

Herzlichen Dank an den Autor dieses Buches, der dem Flüchtling Magazin ein signiertes Exemplar zur Verfügung gestellt hat.

https://www.rowohlt.de/taschenbuch/julian-sengelmann-feiertag.html

Wenn ihr dieses Buch gewinnen möchtet, schickt uns bitte eine Email an advent@fluechtling-magazin.de unter Angabe des Buchtitels. Sollten mehrere Einsendungen eingehen, entscheidet das Los. Wir melden uns dann bei Euch und senden das Buch zu.Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier

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