Wer gibt mir mein Gehör zurück?

@Ahmad Al Zaher


Ich bin Youssef Al Nahar, 29 Jahre alt. Ich komme aus Damaskus in Syrien. Ich habe im Stadteil Ain Tarma gewohnt, der von der syrischen Armee bombardiert wurde.

Ich arbeitete damals als Schneider in Jobar. Da meine Stadt belagert wurde und meine Familie und ich eingeschlossen waren, beschlossen wir, uns in Sicherheit zu bringen. Während meiner Flucht durch Syrien wurde ich jedoch festgenommen. Ich war 60 Tage im Gefängis, dann wurde ich befreit. Nach meinem Aufenthalt im Gefängnis wollte ich ein neues Leben beginnen.
Meine Familie habe ich verloren und das Haus wurde zerstört. Ich ging damals durch die Hölle und wollte mich nur noch in Sicherheit bringen. Nach einer langen und schwierigen Reise kam ich in Deutschland an. Hier habe ich neue Freunde und eine neue Stadt, sie heißt Hamburg, kennengelernt. Nach acht Monaten habe ich meinen Aufenhaltstitel bekommen.

Ich erhoffe mir von diesem Land, dass ich wieder hören kann

Seit dem Krieg höre ich sehr schlecht. Ich habe einen Arzt gesucht, der mir mein Gehör zurückgeben kann, damit ich das Vogelgezwitscher wieder höre.
Aber nach vielen Untersuchungen kam er zum Ergebnis, dass ich mich einer Operation unterziehen muss, damit ich wieder hören kann. Der Arzt hat er mir gesagt, dass ich dafür eine Bescheinigung von der Krankenkasse brauche. Aber leider habe ich nach eineinhalb Jahren warten diese Bescheinigung noch immer nicht bekommen.
Ich erhoffe mir von diesem Land, dass ich wieder hören kann.

Ich wohne in einer Flüchtlingsunterkunft. Bis jetzt habe ich keine eigene Wohnung gefunden, ich habe alles versucht, aber ohne Erfolg. Ich hoffe, dass sich für mich bald alles normalisiert. Aber wie soll ich hier arbeiten, wenn ich nicht gut hören kann?

In jedem Fall: Dankeschön Deutschland.

4 Kommentare zu "Wer gibt mir mein Gehör zurück?"

  1. Ich würde an deiner Stelle mit den in Hamburg zuständigen Stellen für behinderte Menschen Kontakt aufnehmen. Die können dich sicher gut beraten.
    Ich kenne mich in Hamburg nicht aus – gehört zu den Städten die ich niemals betreten kann.
    Aber auf die Schnelle für dich gefunden:
    http://www.hamburg.de/arbeitsleben/
    Und keine Sorge auch als gehörloser oder schwerhöriger Mensch ist man in Deutschland nicht vom Arbeitsleben ausgeschlossen. Vielleicht können die dir auch helfen die Papiere für die OP zu bekommen.

  2. Hallo Youssef;
    du benötigst eventuell ein künstliches gehör.
    laß dir einen termin gehen im UKE in eppendorf. auf der HNO-abteilung.
    sie kennen sich dort aus.
    je länger du wartest, desto schwieriger wird die behandlung!
    ich habe selbst ein künstliches gehör.

    also: warte nicht länger. laß dir eine überweisung vom hausarzt geben. dann gehe am besten persönlich zum UKE & schildere dein problem & laß dir einen termin geben.

    du kannst dir auch hilfe suchen beim gehörlosen-bund in hamburg!!

    ich drücke dir die daumen!

    du kannst mir auch gerne schreiben.

  3. https://www.verbraucherzentrale.de/medizinische-versorgung-von-asylbewerbern

    Ich kenne die aktuellen Regeln nicht, aber soweit ich mich errinnere werden Vorerkrankungen nicht behandelt.

    Bedeutet: Bei Einreise bereits an Tumor erkrankt, wurde früher nicht auf Kosten des Deutschen Staates behandelt.

  4. Zitat. „Ich kenne die aktuellen Regeln nicht, aber soweit ich mich errinnere werden Vorerkrankungen nicht behandelt.“

    Was ja auch Sinn ergibt, weil die medizinischen Kosten ja von den Einzahlern in das Krankenkassensystem finanziert werden. Und da ist er ja nicht zugehörig.

    Aber eventuell finden sich ja auch Spendenaktionen oder ähnliches. Über die Kirche oder den Gehörlosen Bund. Da gibt es sicher viele Möglichkeiten.

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