Dies ist meine Botschaft an die anderen Geflüchteten

© Eugenia Loginova

Ich bin Ghodrat Aria, geboren 1989. Ich komme aus Afghanistan, aus der Provinz Oruzgan, Gezab. Unser Dorf hat wunderschöne Landschaften, Berge, Nussbäume, Flüsse und Weizenfelder. Der Anbau von Weizen und Nussbäumen ist ja unsere Landwirtschaft. Ich habe eine große Familie, meine Eltern, zwei Schwestern und drei Brüder. Ich bin alleine nach Deutschland gekommen, mein Bruder ist gerade im Iran. Die restliche Familie blieb in Afghanistan. Ich habe Kontakt zu ihnen, aber die Internetverbindung ist dort leider sehr schlecht.

Ich durfte nur bis 6. Klasse die Schule besuchen, dann hat sich die politische Lage in Afghanistan geändert und es war nicht mehr möglich, weiter zu studieren. Später, als ich 17 Jahre alt war, ging ich in den Iran. Ich habe dort 10 Jahre lang als Mechaniker für Heizungs- und Sanitäranlagen gearbeitet. Englisch habe ich auch dort gelernt. Mit dem verdienten Geld habe ich meiner Familie geholfen.

Ein Jahr und 4 Monate bin ich schon in Hamburg. Am Anfang war alles kompliziert für mich. Wir saßen im Camp und kamen nur kurz zum Einkaufen nach draußen. Die Polizei war zu Besuch und hat uns über das deutsche Gesetz aufgeklärt. Das fand ich ziemlich interessant. Allgemein waren die Leute freundlich zu uns. In Hamburg mag ich die gut organisierten öffentlichen Verkehrsmittel, die deutsche Pünktlichkeit. So braucht man kein Auto in der Stadt. Mit der deutschen Küche bin ich nicht so vertraut, ich koche gerne Kabuli Pulao, ein typisches Reisgericht von zuhause, mit Huhn oder Lamm, Karotten und Rosinen.

Hier möchte ich weiter eine Ausbildung in dem Bereich Mechanik und Kinematik machen. Ich werde ein Praktikum für 6 Monate anfangen. Die Handwerkskammer Hamburg bietet einen Aufbaukurs und auch einen berufsbezogenen Deutschkurs B2, ich habe mich dort angemeldet. Danach suche ich einen Job, einen Ausbildungsplatz und werde meine Abitur nachholen. So ist mein Plan.

Ich bin überzeugt, dass man eigene Initiative entwickeln, selber Kontakte und Pläne machen soll, die vielen Möglichkeiten für die Weiterbildung nutzen und die Sprache lernen muss. Ich habe über www.start-with-a-friend.de zwei Tandem-Partnerinnen gefunden, um die Sprache zu üben. Und dies ist meine Botschaft an die anderen Geflüchteten.

 

2 Kommentare zu "Dies ist meine Botschaft an die anderen Geflüchteten"

  1. Hallo, hast du die Text selber geschrieben wenn ja dann muss ich sagen Respekt dass du so gut deutsch kannst obwohl du erst seit kurzem hier in Deutschland bist 👍

    LG

    Javed

  2. Bleib diesem Zielen treu auch wenns mal Schwierigkeiten gibt. Ich wünsche Dir alles Gute dafür und auch für Deine Familie.

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